Häkel(t)räume und Verflechtungen – Häkeln mal anders

Häkeln ist mehr als nur ein kleines Nebenbeigewerkel. Längst ist es nicht mehr nur auf Omas gemütliche Wohnstube beschränkt. Im Gegenteil: Häkeln ist ein Trend, der sich seit einigen Jahren mit der DIY-Welle immer weiter ausbreitet. Wer will, kann alles behäkeln. Die Ideen sind atemberaubend bis skurril, das Engagement unerschöpflich. Schau es dir an.

Bei der Online-Recherche nach ausgefallenen Mustern, neuen Häkelprojekten und -trends bin ich immer wieder über besonders aufsehenerregende Häkelstücke gestolpert. Angefangen von Kunstobjekten bis hin zu Guerilla-Häkeln ist alles dabei. Die witzigsten und schönsten Umsetzungen, die ich dabei gefunden habe, möchte ich dir gern vorstellen. Komm mit und lass dich inspirieren!

 

Ein (T)Raum in Wolle

Welche Häklerin träumt nachts nicht heimlich von einem Raum aus Wolle – ganz und gar behäkelt vom Teppich bis zur Decke. Genau das hat die kanadische Künstlerin Allyson Mitchell mit ihrem „Granny Square Wreck Room“ umgesetzt. Gemeinsam mit Paul Campbell vom Flair-Magazin hat sie ein komplettes Zimmer im Gladstone Hotel in Toronto in Wolle gehüllt. Zur Info: Unter dem Titel „Come up to my Room“ stellt das Hotel 15 der 37 verfügbaren Räume bereit, in denen sich lokale Künstler, Designer und Architekten kreativ auslassen dürfen.

Der (T)Raum aus Wolle von Allyson Mitchell mutet dabei ebenso genial wie skurril an. Einerseits präsentiert er den breiten Facettenreichtum des Häkelhandwerks und wertschätzt die Häkelkunst. Andererseits wirkt die auf den Betrachter einstürzende weiche Gemütlichkeit doch auch recht schräg und bedrückend – und dadurch gar nicht mehr gemütlich.

Trotzdem: Der „Granny Square Wreck Room“ zeigt eindrücklich, dass Häkeln ein ausdrucksstarkes und inspirierendes Kunsthandwerk ist. Und die Liebe der Künstlerin zum Material Wolle ist mehr als deutlich erkennbar.

 

Auf ins Geflecht – Häkeln als politisches Statement

Häkeln ist Kunst. Klar. Aber Häkeln ist auch politisch? Diese Verknüpfung lässt sich nicht sofort herstellen. Deutlicher wird die Sache mit dem Wörtchen „Geflecht“, das, in einen neuen Kontext gesetzt, plötzlich militärisch anmutet: „Attacke! Auf ins Geflecht!“

Kreiert haben diese Parole zwei Häklerinnen vom Louisen Kombi Naht e.V. in Dresden und 2013 zum Mitstricken und Mithäkeln aufgerufen. Die Idee: Senioren, die den 2. Weltkrieg überlebt haben, und Jugendliche stricken und häkeln einen Panzer ein, um ein Statement gegen Krieg, Gewalt, Rassismus und Diskriminierung zu setzen. Das ist angesichts der derzeitigen Flüchtlingssituation besonders aktuell und brisant.

Der Panzer, den das Militärhistorische Museum zur Verfügung gestellt hat, besitzt hierbei besonderen Symbolcharakter:  „Die Panzerhülle selbst erlaubt jedem Betrachtenden einen assoziativen Zugang zu den Themen Krieg und Gewalt. Begriffe und Bilder des „Verstrickt-“ oder des “Verwickeltseins“ tauchen im Auge des Betrachtenden auf. Es wird die Frage des „Verflochtenseins“ jedes Einzelnen in komplexe historische Zusammenhänge aufgeworfen.“ (Quelle: http://geflechtsbereit.louisenkombinaht.de/attacke/)

Mit diesem Projekt rückt die Handarbeit des Häkelns in einen ganz und gar neuen Zusammenhang und eröffnet komplett andere Sinnhorizonte. Es regt zum Nachdenken an und weist über sich hinaus auf eine netzförmig organisierte und agierende Gemeinschaft – kurzum ein Geflecht, an und in dem Menschen aller Generationen teilhaben.

Mehr Informationen zum Projekt findet ihr unter www.geflechtsbereit.luisenkombinaht.de

 

Guerilla-Häkeln – Von allem ein bisschen

Seit einigen Jahren tauchen immer wieder kunterbunte Umstrickungen und Umhäkelungen im urbanen Raum auf – seien es  Bäume, Autos, Fahrräder, Statuen oder Verkehrsschilder, die umgarnt sind. Bezeichnet wird das als Guerilla Knitting oder YarnBombing.

„Guerilla“ kommt aus dem Spanischen und heißt etwa „kleiner Krieg“. Genau wie im Guerillakampf tauchen die umhäkelten und umstrickten Objekte nahezu plötzlich auf und scheinen zu keiner übergeordneten oder organisierten Struktur zu passen. Guerilla-Stricken/-Häkeln gehört zur Streetart und kann eine symbolische Bedeutung haben oder lediglich Verschönerung sein.

Die knallbunten Farben und variantenreichen textilen Strukturen brechen in jedem Fall das gewohnte Sehen und verleiten dazu, die Dinge genauer zu betrachten. Sie entheben uns für einen kurzen Moment dem Alltag und zeigen, was so alles möglich ist. Eine sehr schöne Idee!

Fahrrad umhäkeln

Mein 1. Häkelversuch

Zu meinen ersten Häkelversuchen hat mich unter anderem das Guerilla-Knitting verleitet – nur eben, dass ich gehäkelt habe. Das Versuchsobjekt: Mein Mifa-Klappfahrrad. Sein Lenker hat einen Häkelmantel aus bunten festen Maschen erhalten und der Sattel einen Bezug aus Granny-Dreiecken.

Fazit: Die Welt hat genügend Objekte zu bieten, die umhäkelt werden wollen. Also ran an die Häkelnadel und auf ins Geflecht! 🙂

 

Dieser Beitrag bezieht sich auf die Facebook-Wochenfragen:

Was ist die schönste, ideenreichste oder verrückteste Häkelei, die du je gesehen hast?

Was war dein 1. Häkelversuch? 

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3 Gedanken zu „Häkel(t)räume und Verflechtungen – Häkeln mal anders

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